Bohrkerne und Bodenrätsel? – Baugrunderkundungen zwischen Augsburg und Ulm

Shownotes

Bevor neue Gleise zwischen Augsburg und Ulm gebaut werden können, muss klar sein, was im Boden steckt. Dafür werden entlang der Strecke hunderte Bohrpunkte gesetzt, Proben gezogen und im Labor ausgewertet. Die Erkenntnisse entscheiden später über Tunnel, Tröge und Tragfähigkeit. Im Podcast erklärt Lena Waizenegger von der Firma BauGrund Süd, wie tief gebohrt wird, warum Grundwasser ein kritischer Faktor ist und wieso selbst unscheinbare Leitungen große Überraschungen bereiten können.

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00:00:01: Ich versuche, was wir noch mit dem Untergrund durchführen müssen.

00:00:06: Grundwasser ist ein ganz wichtiges Thema beim Thema Bauen.

00:00:11: Wenn wir gehen, ist es wieder aufgrund.

00:00:16: Seit November, im Jahr twenty-five wird entlang unsere Vorzugsvariante gebohrt.

00:00:20: Damit ist die erste von zwei geplanten Erkundungskampagnen gestartet.

00:00:25: Warum wir uns den Baugrund eigentlich näher anschauen und wie das genau abläuft, erklärt uns heute Lena Weitznegger von der Firma Baugrund Süd.

00:00:33: Hallo Frau Weitznegger!

00:00:34: Danke dass Sie heute in unser kleines Podcaststudio gekommen sind.

00:00:38: Hallo vielen Dank für die Einladung

00:00:40: Frau Weiznegger.

00:00:41: warum wird der Baugrund überhaupt untersucht bevor gebaut wird?

00:00:45: Also der Bereich, wo wir jetzt erkunden.

00:00:47: Hier soll eine neue Strecke gebaut werden und hierfür ist es wichtig den Untergrund zu wissen, wo verschiedene Böden vorhanden sind.

00:00:56: Und die Böde, das kommt drauf an, mache ich einen Streckenbau oder sollen ja verschiedene Tunnel- und Brücken gebaut werden.

00:01:04: Und hier sind verschiedene Anforderungen und das wollen wir mit dem ersten Erkundungsprogramm erschließen.

00:01:12: Und die Aufstöße dann liefern uns Aussagen über die geologischen Profile.

00:01:18: Was passiert, wenn man den Baugrunden nicht untersucht?

00:01:21: Ganz schwierig zu sagen aber man sagt im Baugund ist Bauherrenrisiko und wenn sie jetzt eine Gleise bauen einen Tunnel, ne Brücke ohne zu wissen was dem Untergrund vorhanden ist wird es schwierig also eigentlich unmach.

00:01:35: Es geht nicht!

00:01:36: Man muss erkunden wie der Untergrund zusammengesetzt ist, um eben die Stabilität für die Bauwerke oder auch für die Gleisbauten gewährleisten zu können.

00:01:46: Wie tief wird geburt?

00:01:48: Haben wir auch ganz unterschiedliche Bordtiefen.

00:01:50: also wir haben Streckenbohrungen, die sind so zwischen sechs und acht Meter je nachdem wie die Lage dann später von der Kleise sein soll.

00:01:58: und bei den Tunnelbauwerken und bei dem Brückenbauwerk kann man bis zu siebzig Meter tief in den Untergrund eingreifen.

00:02:04: Das ist schon eine ganz schöne Menge.

00:02:07: Der Anteil an Tunnel und Rögen liegt bei unserer Vorsuchsvariante bei über vierzig Prozent.

00:02:12: Welchen Einfluss hat das darauf, wie tief sie bohren?

00:02:16: In großen.

00:02:17: Also wir sind ja unterschiedliche Lose haben wir.

00:02:19: Wir haben vier Lose im Los.

00:02:20: eins war jetzt zum Beispiel Nur ging es nur um kleinere Brückenbauwerke und um Schreckenerkundung.

00:02:27: Und los zwei, drei und vier.

00:02:28: da kommt dann hauptsächlich diese Tunnel- und Brückenbauwerke hin.

00:02:33: Da haben wir auch die tiefen Bohrungen.

00:02:36: Los vielleicht zur Einordnung!

00:02:37: Das sind in langer Strecke unterschiedliche Bereiche.

00:02:41: aufgeteilt wurden und los heißen.

00:02:43: Genau, die Lose.

00:02:44: Wir haben vier Lose zur Erklärung und wir befinden uns auf einer Strecke von siebzig Kilometern.

00:02:50: Und darauf wurde jetzt auch vier Losen aufgeteilt.

00:02:53: Wie lange dauert es eine Untersuchung an einer Stelle?

00:02:56: Durchschnittlich liegt unser Bohrvortritt am Tag bei zwanzig Metern.

00:03:00: Wenn ich zwei Bohrlöcher habe mit jeweils sechs Metern kann ich zwischen zwei und drei Bohrläuche am Tag durchführen.

00:03:07: wenn ich eine tiefe Borgung hab mit siebzich Metern, bohre ich da mehrere Tage dran.

00:03:12: Was kommen dabei für Geräte zum Einsatz?

00:03:15: Also wir haben Raupengeräten, nennt man das mit Gummiketten.

00:03:19: Muss man sich vorstellen wie ein großer Bagger, Gewicht bei fünfzehn Tonnen im Durchschnitt und einen Bohrturm der dann während dem Fahren liegt und zum Bohren aufgestellt wird in der Höhe zwischen acht und zehn Metern.

00:03:33: Und das sind unsere Bohrgeräte und zusätzlich müssen wir die natürlich transportieren.

00:03:39: also steht an jedem Bohr Punkt auch ein Lkw mit Tieflader, einen Sprinter vielleicht noch ein Hänger.

00:03:45: Also wenn wir da sind, sind wir da.

00:03:47: man sieht uns

00:03:48: bei dem gesamten Vorpark

00:03:50: genau.

00:03:51: und wenn so eine Baugrunduntersuchung im Gange ist wer steckt eigentlich da alles dahinter?

00:03:55: Wie groß ist so ein Team vor Ort?

00:03:57: wie viele Personen sind mit der Auswertungen im Nachgang dann auch nur beschäftigt?

00:04:01: also wir haben zum Einen haben immer jedes los hat einen Bauleiter der sich davor einmal um die Vorbereitung und Ausführung kümmert.

00:04:09: Vor Ort sind dann auf dem Bohrgerät meistens drei Personen.

00:04:12: Das ist einmal der Geräteführer, der die Verantwortung für das Bohr-Gerät hat und das auch bedienen kann.

00:04:16: Also es sind ganz viele verschiedene Hebeln und Knöpfe.

00:04:20: Und dann haben wir noch zwei Bohrhelfer, die dem Geräteführer immer zuarbeiten.

00:04:25: Dann haben wir hier los auch verschiedene geologischen Büros, die dieses Gutachten erstellen.

00:04:31: Die haben sich mit verschiedener Personalstärke aufgestellt.

00:04:34: Meistens sind mehrere Personen im Büro ein Geologe ist noch mit vor Ort.

00:04:39: Und dann haben wir natürlich auch noch die ganzen Laborversuche, sprich das was man aus dem Untergrund rausholen wird bei uns im Labor, beim Bau von Süd auch noch analysiert und da haben wir auch ein Team von ich sag mal zehn Leuten im Labor.

00:04:53: Wir haben circa drei tausend zweihundert Laborversuchen, was wir mit dem Untergründ durchführen müssen.

00:04:59: Da schließt gleich meine nächste Frage an also der Bodenproben, die sie entnehmen bleiben nicht vor Ort sondern die werden in einen Labor gebracht.

00:05:06: Welche Versuche werden denn da gemacht?

00:05:08: Worauf wird das untersucht?

00:05:10: Also es gibt ganz verschiedene, ich glaube wir haben siebzehn verschiedene Versuche wo wir durchführen.

00:05:15: So die Einfachsten sind zum Beispiel der Wassergehalt.

00:05:19: Da wird gemessen wie viel Feuchtigkeit befindet sich im Untergrund oder wie viele organische Stoffe z.B.

00:05:26: Kieser wenn man eher wenig organische.

00:05:30: Das sind so gängige Laborversuche, der Kaltgehalt.

00:05:33: Das ist aber immer auf Vorlage vom Geologen.

00:05:37: Er sagt uns dann, auf welcher Tiefe hätte ich gern welche versuchen?

00:05:41: Und was genau verraten uns denn diese Ergebnisse?

00:05:44: also ob wir an einer Stelle bauen können oder nicht?

00:05:47: Also bauen kann man grundsätzlich immer!

00:05:49: Es geht ja nur darum wie kann ich bauen dass das Ganze auch standhaft und dauerhaft ist?

00:05:57: wie grobkiesig, wie dicht der Untergrund gelagert ist muss dann der Geologe oder der Planer.

00:06:02: Der Geologee macht einen Gutachten.

00:06:04: in dem Gutachten werden Empfehlungen ausgesprochen und danach kommt er wieder ein Planer, der die Brückenbauwerk- oder Tunnel plant und die können mit diesen Ergebnissen arbeiten und sagen wir brauchen hier diesen Untergrund oder wir können solche Fähle bohren um dann irgendwelche Brückenbauwerke zu erstellen.

00:06:24: Okay, heißt konkret das entscheiden nicht Sie welche Bauwerke wo er richtet oder eben nicht errichtet werden können sondern sie geben Empfehlungen weiter oder diese Ergebnisse aus der Untersuchung und der Plane entscheidet es dann?

00:06:34: Genau also wir bohren Wir machen das Labor die Geologen die da wiederum auch Aufträge haben ein Gutachten zur Stellen Die erstellen dieses Gutachten mit den Empfehnungen und später kommen dann riesige Firmen wo Tunnel Bautenplan, Brückenbauten-Plan und die können diese Ergebnisse dann auswerten.

00:06:53: Schauen wir konkret auf Ula.

00:06:54: wie viele Bohrpunkte gibt es denn im Rahmen dieser Erkündungskampagne?

00:06:59: Wir haben circa vierhundert Bohrpunkte und fünftausend vierhunderte Bohrmeter sind geplant.

00:07:05: Das

00:07:05: ist schon einiges!

00:07:06: Sind das jetzt eher viele oder wenige für so einen Projekt?

00:07:11: Ich sage mal über die Strecke verteilt... Es ist ja auch das erste Erkundungsprogramm.

00:07:18: Wir sind schon sehr dicht, naheliegend die Bohrpunkte.

00:07:22: Es wird noch ein zweites Erkündungsprogrammen dann geben wo es dann nochmal verdichtet wird.

00:07:27: aber für die erste Untersuchung ist das schon ein gutes Konzept.

00:07:32: Wer legt das fest?

00:07:33: Wo genau gebohrt wird?

00:07:35: Also es gibt Pläne, die hatten wir im Vorfeld zur Verfügung bekommen mit GPS-Koordinaten Und da fängt dann auch der Job von der Bauleitung an.

00:07:44: Das ist mein Job, um den Kollegen rauszufahren mit GPS-Geräten, Punkte zu sagen hier wären sie und dann kann man natürlich nicht einfach loslegen mit Bohren sondern gibt es noch einen großen Punkt mit der Kampfmittelfreiheit weil die Strecke zwischen Neu, Ulm und Augsburg im Krieg ein beliebtes Ziel war.

00:08:05: sprich jeder Bohrpunkt muss auf Kampfmittel Freiheit überprüft werden.

00:08:10: Und dann haben wir natürlich noch die ganzen unterirdischen Versorgungsleitungen, die wir dann jeden Punkt auch nochmal prüfen müssen.

00:08:16: Dass wir hier keine Leitung anordnen.

00:08:20: Bei den Versorgungsschleitenden kann man ja einigermaßen leicht herausfinden dazu sollte es Pläne geben bei den Kampfmitteln eher nicht.

00:08:28: Es gibt eine Übersicht wo welche Kampfmittel vermutet werden oder sicher liegen?

00:08:35: Also bei den Kampfmitteln macht man so es gibt Übersichts Pläne, es gibt Luftbilder.

00:08:41: Aber das ist nicht wirklich konkret.

00:08:43: also man sieht wo wurde bebombt?

00:08:46: Wo war was.

00:08:47: aber ich kann natürlich nichts sagen an diesem Punkt genau war nichts.

00:08:50: deshalb geht ein Kollege von uns von der Kampfmittelabteilung mit raus Und der misst jeden Punkt frei.

00:08:56: Da gibt es drei verschiedene Verfahren, einmal das Oberflächliche mit einer sogenannten Förster-Sonde.

00:09:01: Die wird nur über den Untergrund geschwungen und aufgrund von akustischen Tönen kann der Kollege dann hören ob Metallisches im Untergrund ist.

00:09:12: oder das so genannte Georadar sieht besser aus wie ein Kinderwagen.

00:09:16: Der misst optisch in einem Untergrund, sechs Meter tief, ob dort was metallisches gelagert ist.

00:09:23: Und wenn alles die zwei Sachen nicht möglich sind, könnte man noch nach Kampffittel bohren.

00:09:28: Was wir in diesem Fall aber nicht benötigen weil wir mit den Bohrpunkten dann auch etwas flexibel sind und sagen wenn dieser Punkt nicht funktioniert gehen wir zwei Meter nach rechts und lassen uns dem Punkt freigeben.

00:09:39: Jetzt wird es doch etwas technisch.

00:09:41: Es gibt ja verschiedene Arten von Bohrungen Kernbohrungen Bohrloch, Ramm, Sondierungen.

00:09:46: Was ist denn da genau der Unterschied?

00:09:48: Also bei den Kernbohrungen kommt das große Gerät zum Einsatz mit fünfzehn Tonnen wie vorhin schon gesprochen.

00:09:55: und dieses Bohrgerät dreht eine sogenannte Verrohrung also ein Stahlrohr mit einem Außendörmeldurchmesser von zwanzig Zentimeter in den Untergrund und rammt dort ein offenes Rohr rein das anderthalb Meter lang ist und holt den Unterkund nach oben an die Erde.

00:10:14: Diese Verrohrung wird immer nachgedreht, so dass es Bohrloch nicht zufällt sondern immer offen bleibt und ich immer weiter in die Tiefe komme.

00:10:21: Und bei den Sondierungen kommt ein kleines Gerät zum Einsatz hat circa anderthalb Tonnen ist viel schmaler ist auch nur eine Person Sprinter-Anhänger also viel kleiner viel einfacher.

00:10:34: Und hier wird eine Metallstange in den Boden gerammt mit fünfzig Kilo und diese Stangen haben eine Zentrierung oder eine Markierung alle zehn Zentimeter.

00:10:43: Und da wird gemessen, wieviel Schläge ich auf zehn Zentometer benötige?

00:10:48: Und das gibt mehr Ausschluss über die Bodendichte.

00:10:52: Welches Verfahren nutzen wir?

00:10:54: Es kommen beide!

00:10:55: Zwar nicht.

00:10:56: an jedem Bohrpunkt wird die Sondierung durchgeführt.

00:10:58: Wir haben jeden Bohrpunkt und an speziellen Bohrpunkten wurde noch die Sondierung gefordert, dass man einfach auf die gewisse Tiefe die Lagerungsdichte des Untergrunds bestimmen kann.

00:11:09: Rund zwanzig Prozent unserer Bohrpunkte werden so Grundwassermessstellen ausgebaut?

00:11:14: Warum denn das?

00:11:15: Grundwasser ist ein ganz wichtiges Thema beim Thema Bauen.

00:11:18: Wenn ich irgendwo baue und es ist Grundwasser im Untergrund vorhanden dann muss ich unbedingt wissen wo.

00:11:24: weil wenn ich jetzt abbagger Und mir läuft dann die Baugrube mit Wasser voll, weil ich das nicht erkundet habe.

00:11:30: Sofortiger Baustopp!

00:11:32: Also das muss vorher geklärt werden.

00:11:34: wo kommt Grundwasser?

00:11:36: Das Grundwasser steht auch zu verschiedenen Jahreszeiten auf verschiedenen Höhen oder Tiefen.

00:11:41: Auch das muss bedacht werden und deshalb ist es ein ganz wichtiges Thema.

00:11:46: Wie kann man sich so eine Messstelle vorstellen?

00:11:48: Also die Messstelle werden meist über Flur, nennt man das ausgebaut.

00:11:52: Sprich es steht ein Stahlrohr aus dem Boden raus, circa ein bisschen Meter Höhe und im Untergrund ist ein Kunststoffrohr verbaut und das Kunststoff-Rohr ist im Bereich des Grundwassers geschlitzt so dass Grundwasser durchfließen kann und der Grundwasserstand sich eben auch verändern kann je nachdem ob er steigt oder sinkt.

00:12:11: Und wie lange bleiben diese Messstellen im Boden?

00:12:14: Wahrscheinlich bis nach der Bauphase oder sogar noch länger.

00:12:19: Es gibt auch Messstellen, die zur Beweissicherung nach den Bauten genutzt werden können und deshalb haben sie eigentlich kein Ablaufdatum.

00:12:29: Wie läuft das, die Daten abzurufen?

00:12:31: Müssen sich ständig die Grundstücke betreten?

00:12:34: Wir müssen dann also derjenige, der die Wasserstände ausliest, die Grundstrücke betreten.

00:12:40: Es gibt auch Datenlogger, die ich verbauen kann.

00:12:43: Also hier gibt es ganz viele Möglichkeiten.

00:12:45: Die einfachste wäre händisch mit einem sogenannten Lichtloch.

00:12:49: Sieht aus wie eine Kabeldrommel und hat vorne ein Sensor dran der ausschlägt wenn er mit Wasser in Berührung kommt.

00:12:55: Das wäre die einfachste Variante.

00:12:57: oder man kann natürlich Datenlogge einbauen, die permanent aufzeichnen, die dann ausgelesen werden zu bestimmten Zeiträumen.

00:13:04: Oder das ganze gibt's auch noch mit Fernübertragungen, wo wir dann bequemen vom Computer aus das auslesen kann.

00:13:11: Muss beim Bahnprojekt Augsburg-Ulm gebohrt werden, weil wir zwei neue Gleise zwischen den Städten bauen?

00:13:16: oder ist es bei jedem Infrastrukturprojekt vorgeschrieben?

00:13:20: Also die Bohrung zum Baukunderkundung ist bei jedem infrastructure Projekt vorgeschriebene.

00:13:25: Kein Planer wird eine Planung erstellen ohne dass ein Baugrundgutachten vorliegt und für dieses Gutachten braucht man Bohrungen oder Aufschlüsse im Untergrund.

00:13:36: Vor dem Start der Kundungskampagne haben wir die Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der Kommunen entlang unserer Vorzugsvariante informiert, wo die Bohrungen stattfinden.

00:13:45: Jetzt wollen wir unter anderem in dieser Podcastfolge auch die Öffentlichkeit möglichst gut informieren was wir da machen.

00:13:52: Sieben solche Maßnahmen schon öfter durchgeführt?

00:13:54: wie reagieren die Menschen in der Regel?

00:13:57: Interessiert reagieren sie also wenn man so ein Borgere zieht.

00:14:00: das sieht man natürlich nicht.

00:14:01: alle Tage kommen ganz viele Nachfragen.

00:14:04: Was machen Sie hier?

00:14:07: Für was ist das?

00:14:08: Also die Menschen sind interessiert und natürlich finden im Vorfeld auch die Abstimmung mit den Grundstückseigentümern, und wir sind natürlich ganz oft im Wiesenbereich, Waldbereich und auch mit den Pechtern statt.

00:14:19: Dass sie informiert sind, weil wenn da mal ein Riesen-Bäuget auf einmal dasteht, auf Ihrem Grundstuck, dann werden natürlich keiner erfreut, deshalb werden die Besitzer und Pechter im Vorfield auch informiert.

00:14:32: Wie ist das denn für die Menschen, in deren Nähe wir bohren?

00:14:34: Also wenn wir ihr Kunststück betreten müssen oder allein weil wir in ihrer Nähe bohre.

00:14:41: Ich habe letzte Woche eine ältere Dame getroffen, circa neunzig Jahre.

00:14:45: Sie war total interessiert, hat gefragt was macht ihr hier?

00:14:48: und sie sieht uns ja immer?

00:14:51: und dann kam ein ganz nettes Gespräch und eigentlich sind sehr viele interessiert und schlechte Erfahrungen haben wir jetzt noch nicht gehabt.

00:15:03: Sind diese Arbeit besonders laut oder schmutzig?

00:15:06: Oder merken die Menschen eigentlich kaum was davon, sie sagten schon.

00:15:08: Sie sind oft im Wald- und Wiesenbereich unterwegs also häufig weg von bebautem Gebiet.

00:15:14: aber wie ist das wenn sie näher an eine Ortschaft dran rutschen?

00:15:17: Ja, sie sind laut und schmitzig.

00:15:20: Aber sie sind laut in dem Moment wo wir bohren weil wir diesen Bohrlochhammer ins Bohrlock einschlagen.

00:15:29: Deshalb hat man ein ständiges Klopfen, ist natürlich eine Geräuschbelastung.

00:15:33: aber wenn wir jetzt sagen mir machen zwanzig Meter am Tag also wir sprechen hier von wenigen Tagen Lärmbelästigung und Schmutzig kommt auch ganz auf die Witterung an dass so trockener das Wetter ist, dass so schöner können wir arbeiten.

00:15:50: Aber es ist auch so ist wieder aufgeräumt.

00:15:54: Da werden Straßen geputzt, da werden Wege wieder hergestellt und da werden Grünflächen wieder begradigt.

00:16:00: Es fällt dann im Großteil nicht mehr auf dass wir da waren.

00:16:02: Okay das noch beruhigende Nachrichten!

00:16:05: Zum Thema Wald- und Wiesen wenn sie bis zu achtzig Meter tief bohren ist es ja schon auch ein Eingriff in die Natur.

00:16:11: gibt es da besondere Maßnahmen die Sie für den Umweltschutz ergreifen müssen vorwährend oder nach dem Bogen?

00:16:17: Genau also es gibt Büros, die dafür beauftragt waren speziell diese Bohrung zu begleiten und in Bereichen wo der Naturschutz zu trage kommt oder es fraglich ist wurden wir im Vorfeld schon begleitet von einem Mitarbeiter das ganze angeschaut hat.

00:16:34: Der geschaut hat dass wir keine Baumwurzeln treffen, dass wir nicht so viel Flureschaden haben.

00:16:42: Das wurde dann dem Vorfeld alles abgestimmt und wurde uns dann jeweils auch an den entsprechenden Bohrpunkten zu freigegeben.

00:16:49: Mussten auch Bäume gefällt werden?

00:16:51: Nein, Bäume mussten nicht gefällt sein.

00:16:53: Weil wir natürlich noch relativ flexibel waren in der Bohrpunktwahl, konnten wir immer so aufstellen dass wir da keinen Eingriff hatten.

00:17:02: Gibt es trotz Bohungen manchmal Überraschungen im Boden mit denen man sogar nicht gerechnet hat?

00:17:08: Ja, es gibt Überraschen Abwasserleitungen wo nirgends eingezeichnet war.

00:17:14: oder also das ist eigentlich die häufigste Überraschnung wenn man eine Leitung trifft die im Vorfeld einfach nicht planbar war oder in keinem Plan eingezeichnet ist, das ist die häufigste Überraschung und auch die nicht am schönsten.

00:17:31: Das brauchen wir noch ein Superlativ!

00:17:32: Was ist denn so das Ungewöhnlichste oder vielleicht schwierigste an dieser Erkundungskampagne bei unserer Strecke zwischen Augsburg & Ulm im Vergleich zu anderen Projekten?

00:17:42: Also ganz klar hervorzuheben ist die Summe der Bohrmeter.

00:17:46: Diese Anzahl von fünftausend vierhundert Bohrmetern in natürlich einem gewissen Zeitraum, also wir dürfen natürlich nicht ins unendliche bohren sondern bis Ende Juni haben die Bohrbeiten abgeschlossen zu werden und da müssen man auf die Witterung achten, auf die Zuwahrbarkeit, auf den Planungen.

00:18:05: das ist die Herausforderung bei dem Projekt dass wir termingerecht die Arbeiten beenden.

00:18:10: Wenn Sie bei einem Projekt beschäftigt sind, tragen sie einen wesentlichen Teil zu den weiteren Planungen bei.

00:18:15: Ist das ein Bewusst, dass man wuchstäblich wichtige Erkenntnisse ans Licht bringt in dem Moment?

00:18:20: Ja, das ist total interessant.

00:18:22: Weil diese Strecke sehr alt ist die Züge auch sehr langsam fahren müssen weil die Streckel eben so alt sind.

00:18:30: und ich habe es auch jetzt wenn ich an verschiedenen Bauwerken vielleicht mit diesem Projekt nichts zu tun haben vorbeifahren nach zehn Jahren und mir fällt ein Hach da haben wir gebohrt und jetzt steht eine neue Brücke oder jetzt ist der Tunnel da und das kommt einem immer wieder in Erinnerung.

00:18:46: Frau Weitzendegger, ich hab nur drei Begriffe für Sie.

00:18:48: Sie dürfen mir erzählen, was ihnen dazu einfällt.

00:18:51: Erster Begriff ist Bodendenkmal.

00:18:54: Bodendenkmal?

00:18:55: Haben wir Gott sei Dank keine gefunden!

00:18:58: Zweiter Begriff Kostenprognose.

00:19:01: Sind wir gut im Rahmen.

00:19:03: Und dritter Begriff Bohrkernlager.

00:19:05: Bohrkernlager ja... Wir hatten für Vierlose oder haben für vierlose drei Bohrkanlager wo mehrere hundert Quadratmeter wir uns anmieten um dort unsere Kernkissen stapeln zu können.

00:19:17: diese Kernkisten sind Kannst normale Holzkisten einen Meter lang, vierzig Zentimeter breit und in diese Kernkisten wird der Untergrund den ich erbore eingelegt.

00:19:27: Teufengerecht, sprich von null bis eins, von einem bis zwei Meter.

00:19:31: Und das bis zur Endtiefe dass der Geologe im Nachgang sich das anschauen kann und die Geologie-Reihenfolge dann optisch auch sieht.

00:19:42: Wie lange werden die Bohrkerne aufgehoben?

00:19:44: Geplant ist sechs Monate bis oder nach Ende der Bohrbeitung.

00:19:50: Frau Weitznecker, vielen Dank, dass Sie bei uns waren.

00:19:53: Vielen Dank für die Einladung!

00:19:54: Danke für die ja oft losreiche Antworten.

00:19:57: Und der Kopf bis zum nächsten

00:19:58: Mal.

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