Stillstand für Fortschritt? – Korridorsanierung zwischen Anspruch, Druck und Teamarbeit
Shownotes
Bei der Korridorsanierung wird in wenigen Monaten erneuert, was früher Jahre gedauert hat. Das Konzept stellt das Bauen bei der Bahn grundlegend um.
Rosemarie Peter, Projektleiterin im Korridor Obertraubling – Passau, erklärt im Podcast, wie unter hohem Zeitdruck geplant, abgestimmt und gebaut wird, welche Rolle der Knoten Plattling spielt und warum solche Maßnahmen nur im Team funktionieren. Ein Gespräch über 30 Jahre Bahnerfahrung, neue Baukonzepte und den Reiz, die eigenen Planungen am Ende auch in Betrieb zu sehen.
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00:00:02: Das ist eigentlich das Schönste an der Generalsanierung.
00:00:06: Der Baubeginn ist nicht weit und wir müssen da jetzt unwahrscheinlich klotzen, damit es auch alles funktioniert.
00:00:12: Der Knotenplattling, der ist Dreh- und Angelpunkt dieser ganzen Generalsansierungen.
00:00:19: Die Generalsannierung ist etwas Großes – sie verändert wie wir Baustellen denken und Infrastruktur modernisieren weg von vielen kleinen Baustellen über mehrere Jahre hin zu einer großen klar gebündelten Maßnahme.
00:00:32: Das Konzept der Generalsanierung sieht vor, komplette Strecken zu sperren und über mehrere Monate umfassend zu erneuern.
00:00:39: In unserem Generalsanierungs-Special nehmen wir euch mithinter die Kulissen und begleiten Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichsten Bereichen, die dieses Mammutprojekt in Bayern auf die Beine stellen!
00:00:51: Heute sind wir in München bei Rosemarie Peter Zugast.
00:00:54: Rosemarrie ist Projektleiterin bei der Generalsanierung Obertraubling Passau und mit ihr sprechen wir heute über ihren Korridor und ihre langjährige Erfahrung bei der Bahn.
00:01:03: Hallo, Rosemari!
00:01:05: Ja hallo ich begrüße euch das herzlich und sage danke dass ich hier sein darf und bin gespannt auf eure Fragen.
00:01:12: Darfst du sein?
00:01:14: Rosemarry was war denn dein erster Gedanke als du zum ersten Mal von dem Konzept Generalsannierung überhaupt gehört hast?
00:01:22: Der erste Gedanke war tatsächlich wow cool.
00:01:25: Das ist endlich mal ein richtiger Fortschritt, weil ich auch Jahre bis Jahrzehnte lang begleitet habe das Bauen unter Rollen im Rad und die Kritik, die sich da fairerweise auch tatsächlich damit verbunden hat Bauen und der Rollen im Rad immer auch viel Stress bedeutet hat, viel Organisation, viel Auf- und Abrösten.
00:01:52: Und viel Thematik auch hinsichtlich Sperrzeiten.
00:01:57: Rosemarie, du wurdest uns als echtes Bahnurgesteil mit über dreißig Jahren Erfahrung im Unternehmen vorgestellt?
00:02:03: Was hat sich in den drei Jahrzehnten Bahnen wirklich verändert?
00:02:08: Nichts ist so beständig wie der Wandel.
00:02:10: also verändert hat sich Immer wieder was.
00:02:13: Ich weiß gar nicht, wie viele Neuorganisationen ich tatsächlich durchhaut.
00:02:22: Ich denke, der gravierendste Entwicklungsverlauf ist für mich eigentlich wie ich bei der Bahn angefangen habe Anfang Mitte der Neunziger.
00:02:33: Da war das eigentlich die Strategie vom maroden Staatsunternehmen hin zu einem gewinnträchtigen Unternehmen.
00:02:42: Die Bahn muss an die Börse.
00:02:44: dafür hat man eigentlich alles ausgerichtet.
00:02:48: Und das war damals eine Strategie, ja die so anders war als sie tatsächlich heute ist.
00:02:54: also es ging damals dann tatsächlich darum viele Flächen zu veräußern Personal einzusparen und wirklich Betriebsanlagen stillzulegen rückzubauen um einfach Kosten zu reduzieren.
00:03:11: der Fokus der Bahn sowie er Heute ist dass man Das Bahnfahren zuverlässig und attraktiv macht, der stand zu diesem Zeitpunkt eigentlich überhaupt nicht zur Debatte.
00:03:24: Da ging es auch nicht darum dass mehr Leute mit der Bahn fahren sollen sondern da war alles auf das Auto ausgerichtet und die Bahn war ein lästiges Unternehmen, das man jetzt irgendwie mal flott machen wollte.
00:03:39: Das hat sich gravierend geändert.
00:03:41: Ich würde sagen so die letzten zehn, fünfzehn Jahre hin zu einem Jahr unternehmen das auch für die jungen Leute wieder attraktiv ist.
00:03:50: es spannend hierzu arbeiten weil die Bahn auch in der Öffentlichkeit mittlerweile wieder einen ganz anderen Stellenwert hat.
00:03:58: D.h.,
00:03:59: die Bahn ist wichtig.
00:04:01: Die Bahn wird anerkannt als wichtiges Verkehrsinstrument im Hinblick auf den Klimawandel und auf die neue Ausrichtung der ganzen Verkehrsgestaltung.
00:04:15: Und damit verbunden natürlich jetzt auch für das Unternehmen wieder eine ganz andere Stellung, aber auch eine ganz andre Herausforderung mit den damaligen politischen Entscheidungen an diesen Laborieren wird tatsächlich heute ganz immens weil Flächen, die damals verkauft wurden wirklich in Innenstadtlage lissige Areale weg und wieder bringlich weg.
00:04:40: Die wurden mit Wohnsiedlungen verbaut untergleichen, tatsächlich ist es heute ein Riesenproblem weil die Bahn gerade in den Knotenpunkten nicht mehr expandieren kann.
00:04:51: das heißt wichtige Gleise die man jetzt für Abstellungen und so weiter brauchen würde.
00:04:57: die Flächen sind dafür ganz einfach nicht verfügbar.
00:05:01: Ist auch irgendwas gleich geblieben?
00:05:04: Gleich geblieben ist tatsächlich die Bürokratie.
00:05:06: Das kann man schon sagen, sie ist vielleicht sogar noch mehr geworden weil damals gab es nicht diese verschiedenen Finanzierungstöpfe.
00:05:15: und so weit also gerade jetzt mal mein der.
00:05:17: immer mit Computer und neue Technik wird alles einfacher, aber man hat ja natürlich da nicht so viele Möglichkeiten Statistiken zu erstellen oder irgendwelche verwaltungstechnischen Sachen aufzublänen wie man es heute macht Powerpoints usw.
00:05:37: Also man hatte viele technische Möglichkeiten nicht Bürokratie in anderer Weise betrieben, aber jetzt so direkt vergleichen kann man es nicht.
00:05:49: Es liegen natürlich auch viele Jahre dazwischen und viele ganz andere Situationen.
00:05:55: Rosemarie kannst du noch mal zusammenfassen für uns welche Maßnahmen ihr jetzt bei der Generalsanierung Obertraubling Passau alles umsetzen werdet dass wir nochmal einen kleinen Überblick bekommen?
00:06:05: Okay die Generalsanierungen beinhaltet natürlich Ausrüstung in euren Gewerken und hier möglichst viel auf der gesamten Strecke.
00:06:14: Das heißt, der klassische Oberbau, die Gleiserneuerung und die Weichenerneuerungen, Ingenieurbauwerge wie Brücken-und Durchlässe, die Signaltechnik Erneuerungs-, der Signalteknikanpassung der Telekommunikationsmaßnahmen und auch Weichenheizungen sind mit drin enthalten Und vieles andere mehr.
00:06:39: Jetzt hast du viele Maßnahmen genannt, jetzt wollen wir noch mal konkret auf deinen Bereich gucken.
00:06:44: Wofür genau bist du den Projektleiterin?
00:06:46: Also welche Gewerke oder auch vielleicht welcher Streckenabschnitt liegen denn bei dir genau?
00:06:50: Also ich betreue die technische Ausrüstungstechnik, das beinhaltet die Signaltechnik, die Telekommunikation und die Elektrotechnik.
00:07:01: Elektrotechnik ist nochmal aufgespalten.
00:07:03: Das ist zum einen die Oberleitungsanlage und der ganze klassische Bereich des sogenannten Fuchzigjahrs mit den Weichenheitsanlagen.
00:07:13: Wo liegen denn jetzt bei dir gerade so die größten Herausforderungen?
00:07:18: Die größten Herausforderungen liegen eigentlich darin, dass wir ja jetzt nicht hier auf der grünen Wiese was Neues bauen sondern wir bauen im Bestand und ein... Eine Erneuerung in einem Gewerk hat häufig auch Auswirkungen auf viele andere.
00:07:34: Das bedeutet, dass wir eigentlich an vielen Punkten mit allen Gewerken irgendwo ran müssen und das wenn es sehr starke Parallelisierung auch durchführen müssen und dabei natürlich auch die ganzen Schnittstellen bearbeiten müssen.
00:07:50: Das heißt ist schon eine große Herausforderung in der Planung weil man hier unwahrscheinlich darauf achten muss, dass jeder immer den Stand des anderen berücksichtigt.
00:08:01: Dass aufeinander aufgebaut wird und das man sich unwahrscheinlich viel auch abstimmt.
00:08:06: Und es ist eine unwahrscheinliche Herausforderung, das bei allen Gewerken sicherzustellen und sowohl bei der Planung als jetzt dann in der Umsetzung.
00:08:17: Wie gelingt es euch da diese Schnittstelle so zu koordinieren?
00:08:20: Dass alle arbeiten effizient ineinandergreifen
00:08:25: Das genau ist eigentlich unsere tägliche Aufgabe, acht Stunden und mehr jeden Tag.
00:08:32: in einem klassischen Besprechungswesen so zu optimieren, dass man die Leute zusammenbringt.
00:08:39: Dass man es auch nachhält nicht nur dokumentiert was jetzt gerade zu tun ist sondern wirklich auch nachhält.
00:08:45: Man muss den Leuten da intensiv hinterher sein.
00:08:48: hast du das jetzt auch gemacht?
00:08:50: Hast du das berücksichtigt?
00:08:51: und das zweite natürlich dann auch zu überprüfen?
00:08:55: ist denn das jetzt Planungsinhalt?
00:08:58: bekomme ich am Ende des Tages das was auch vereinbart?
00:09:01: Und das ist ja die große Herausforderung im Projektmanagement.
00:09:07: Schauen wir mal auf die Baustelle, welche Technologien oder Maschinen kommen bei so einer Generalsanierung zum Einsatz, die man bei normalen Baustellen jetzt noch nicht sehen würde?
00:09:16: Ja ich meine bei klassischen Baumaßnahmen im Bahnbetrieb findet man ohnehin sehr spezifische Maschinen, die man natürlich klassisch eigentlich sonst nirgends braucht.
00:09:30: Das ist mal einfach die Gleisbaumaschinen vorhanden sind und die schon sehr beeindruckend sind, wenn man da so als Außenstehender zuschaut auch sehr interessant.
00:09:43: Ja und dann ist eigentlich die Bahntechnik all solches insgesamt mit anderen klassischen Baustellen nicht vergleichbar – schon in dem ganzen Konstrukt, in der Zusammenstellung aber natürlich auch noch mal in der zusätzlichen Herausforderung, die wir hier bei Obertraubling-Passer haben nämlich durchgehenden Bereich, diese klassischen fünf Monate Sperrung.
00:10:08: Sondern wir haben ja einen Abschnitt in dem man zeitweise eingleisigen Betrieb sicherstellen müssen und das ist eigentlich nochmal eine ganz zusätzliche Herausforderung weil wir hier wirklich auch wieder bauen unter rollem Rad.
00:10:24: also das heißt Ausrüsten, Umrüsten haben dann sehr viele Bauprofisorien.
00:10:30: Wir haben hier auch noch mal spezielle Sicherungsmaßnahmen.
00:10:35: Das ist aufwendig die Sicherheit zu gewährleisten und feste Absperrungen zumontieren, Bauprofisorier der Oberleitung einzubauen ... Bei dem eingleisigen Betrieb ist es halt jetzt auch erforderlich, dass man noch Anpassungen an alten Stellwerken vornimmt die man später dann außer Betrieb nimmt.
00:10:57: Das heißt man muss ja noch anpassen um die Sicherheit zu gewährleisten und das ist tatsächlich auch eine große Herausforderung weil es zum Teil nicht mal mehr Planprüfer oder Abnahmeprüfer für diese Stellwerke gibt.
00:11:11: also da sind dann Leute meistens schon einen oder zwei Rentner, die es da noch gibt.
00:11:19: Gott sei Dank sind jetzt noch verfügbar, aber man sucht wie die Stecknadel im Heuhaufen um diese Baumaßnahmen überhaupt abwickeln zu können.
00:11:28: und das sind spezielle Dinge... Als Außenstehender jetzt vielleicht auch nicht so weiß, wenn man sich da vorstellt oh ja die Sperren dazu machen fünf Monate Generalsanierung war es tatsächlich dann noch an Herausforderungen in jedem einzelnen Korridor.
00:11:48: Da Worten.
00:11:49: Absolut!
00:11:49: Das ist auch mit der Grund, warum wir unser General-Szenierungsspecial hier machen im Podcast weil wir selbst ja sehen DB intern wie viel die Kolleginnen und Kollegen da einfach leisten bei diesem Mammutprojekt.
00:12:00: Und deswegen ist es uns ganz wichtig eure Geschichten euren Arbeitsalltag hier auch mal darzustellen was da alles dahinter steckt.
00:12:08: Du bist ja auch Elektrotechnikmeisterin.
00:12:10: Was begeistert dich denn an deinem Fachgebiet somit am meisten?
00:12:14: Zum einen ist das technische Zusammenspiel, dass alles am Ende des Tages ein diffiziles Konstrukt ist und der Teufel oft auch im Detail steckt.
00:12:30: manchmal ganz knifflig und letztlich das Gesamtergebnis dann wirklich zu sehen, ja wie so ein Ablauf in einem modernen Stellwerk dann aussieht.
00:12:40: Wie der Bedienplatz ausgerüstet wird in der Zentrale?
00:12:44: Welche technisch aufwendigen Dinge da dahinter stecken aber wieder auch die Meldungen und letztendlich der ganze Bahnbetrieb auch moderner funktioniert mit der modernen Elektrotechnik unter moderner Telekommunikation.
00:13:00: Wir haben viel über das Bauen gesprochen.
00:13:02: Andrea und ich kommen ja aus dem Großprojekt, heißt der Baudauer bei uns leider noch ein bisschen.
00:13:06: Die Großprojekte erstrecken sich ja gerne über viele Jahre oder machen wir auch Jahrzehnte.
00:13:13: da ist es jetzt nicht selbstverständlich dass einem Projekt Ingenieur oder Projektleiter das Projekt plant und schlussendlich auch baut.
00:13:20: Wie fühlt er sich an wenn man einen Projekt baut, das man selbst geplant hat?
00:13:26: Das ist eigentlich das Schönste an der Generalsanierung, weil wir wissen alle gerade ja zu Großprojekte die dann so lange Zeit dahin plätschern.
00:13:34: Dass ja irgendwo auch die Motivation verloren geht, weil man ja so gefühlt halt lange dahin plant.
00:13:41: Hier haben wir vor Anfang an in der Generallsanierung eine unwahrscheinliche Geschwindigkeit und einen Druck auf dem Kessel dass es alles möglichst schnell geplant um möglichst schnell umgesetzt wird.
00:13:53: Zum einen anstrengend, aber zum anderen natürlich auch die Faszination hier in kurzer Zeit so viel zu bezwecken.
00:14:00: Also das ist der Reiz, der dahinter steht obwohl es einem sehr, sehr viel abverlangt.
00:14:07: da am Ende des Tages relativ schnellen Erfolg zu sehen und Baumaßnahmen abzuwickeln ist ja immer sehr schön also wenn man dann sieht wie Das, was man geplant hat entsteht und am Ende des Tages dann auch funktioniert und in Betrieb geht.
00:14:23: Und gerade jetzt bei so einer Strecke, wenn man die dann – ich meine mal ist ja als Eisenbahner meistens dann auch Kunde seines eigenen Systems und wenn man auf der Streckey unterwegs ist und tatsächlich sieht das habe ich mitgemacht da hab' ich mitgewirkt und es habe da tatsächlich eine Verbesserung erreicht für so viele Kunden.
00:14:47: Hoffentlich der Lohn der Mühen.
00:14:49: Man hört dir die Begeisterung auf jeden Fall an für das Projekt.
00:14:53: Gab es da auch irgendeinen Aha-Moment bei dir, als es von einer Planung in die Umsetzung ging?
00:14:59: Nein eigentlich nicht, also ich war mir schon bewusst was jetzt das alles bedeutet.
00:15:05: Ich kenne die Strecke ja schon eigentlich seitlich bei der Bahn binnen unterschiedlichen Bereichen.
00:15:11: aber mehr ist die Stärke natürlich sofort eigentlich jedes Detail irgendwo vor Augen und es heißt die Maßnahmen die hier alle verankert sind dass das nicht einfach wird und dass das ein unwahrscheinlicher Kraftakt.
00:15:29: Und man arbeitet dann von Anfang an ja auf diesen Baubeginn und der war in diesem Fall tatsächlich, wenn man sich dann überlegt gute zwei Jahre.
00:15:39: Das weiß man das geht unwahrscheinlich schnell vorbei.
00:15:43: also es war durchaus präsent die Zeit sitzt da unwahrscheinlich im Nacken Und deswegen jetzt nicht irgendwo, dass diese Sekunde auch jetzt geht es an den Bau sondern immer schon präsent.
00:15:56: Der Baubeginn ist nicht weit und wir müssen da jetzt unwahrscheinlich klotzen damit das auch alles funktioniert.
00:16:02: Dann geht's los bei euch!
00:16:05: Beginne es am vierzehnten sechsten mit dem ersten Streckenabschnitt von Passau nach Plattling Und im Anschluss daran, also man muss auch sagen wir haben ja dann den Knoten Plattling hiermit integriert.
00:16:17: Der ist in dem ersten Abschnitt dabei und das ist auch noch eine Besonderheit weil der Knotnplattling, der ist Dreh-und Angelpunkt dieser ganzen Generalsanierung er ist ja grundsätzlich ein Eisenbahnknotenpunkt weil hier noch die Strecke von Land zu Richtung Bayerisch-Eisenstein kreuzt und es natürlich auch der logistische Dreh und Angelpunkt für unsere Generalsanierung Anfang an auch betrieblich festgesetzt das Plattling.
00:16:45: Eigentlich ausgenommen ist von dieser Sperrung, Plattling muss anfahrbar bleiben.
00:16:49: Jetzt haben wir diese ersten vier Wochen des Plattlings mit drin, weil sehr viele Maßnahmen in Plattlingen selber auch im Bahnhof geplant sind.
00:16:57: Das heißt da haben wir auch sehr viele Weichenerneuerungen und Gleiserneuerung, Neubau der Verkehrsstationen, der Bahnsteige, ein zusätzliches Gleisausfassignal
00:17:08: usw.,
00:17:09: das heißt es ist unwahrscheinlich viel auf unwahrscheinlich kurze Zeit zu realisieren Und so haben wir jetzt in dem ersten Abschnitt sehr viel zu tun, um das alles abzuwickeln.
00:17:21: Das ist noch mal eine zusätzliche Herausforderung, dass der Knotenplattling hier einfach nach diesen vier Wochen wieder in Betrieb geht und auch anfahrbar ist – also er ist dann für den Nahverkehr anfahrbar.
00:17:36: Deswegen muss man da eben auch noch sehr viel Zusatzarbeit
00:17:41: leisten.".
00:17:42: An einer Generalsernierung arbeiten ja auch unglaublich viele Menschen mit.
00:17:45: So ein bisschen klang das bei dir schon an, welche Berufsbilder stecken denn so dahinter die man von außen auch gar nicht wahrnimmt?
00:17:54: Na ja, Berufs Bilder stecken unwahrscheinlich viele dahinter in ganz vielen Bereichen, die wir von außendem überhaupt nicht wahrnehmen.
00:18:03: Wir haben sehr viele Stellen und unterschiedliche Konzernbereiche auch, die hier schon einwirken.
00:18:13: Projekteingenieure, Projektsteuere und so weiter, die direkt im Projekt beteiligt sind.
00:18:19: aber Der Betreiber, der mitentscheiden muss was mit seiner Strecke, das mit den Einzelheiten passiert.
00:18:28: Dann eben der Betrieb, der ja später dann auch diese Anlagen oder ja den Betrieb auf die Streckel wieder machen muss.
00:18:36: und dann auch... die Verkehrsstationen, die für den Kunden da sind.
00:18:41: Die jetzt nicht den klassischen Bahnbetrieb sehen sondern mehr den Fokus auf das Empfangsgebäude oder auf die Bahnsteige legen und dann natürlich auf der anderen Seite die Planer und letztlich auch die, die es dann ausführen müssen also die Leute vom Bau.
00:19:02: Es gibt Kritik von außerhalb.
00:19:04: Manchmal auch von den EVUs, von den Eisenbahnverkehrsunternehmen die sagen sie wollen eben weniger Streckensperrungen weil der der Nahverkehr sonst zu stark belastet wird.
00:19:15: wie geht ihr als Team damit diesem Druck und auch den Erwartungen um?
00:19:20: Zum einen hat man ja auch Zugeständnisse gemacht, dass man zum Beispiel die Gleisanschließer noch durchlässt.
00:19:27: Da hat man Zeitfenster in der Nacht, wo man denen sicherstellt, dass sie ihr Material vor Ort transportieren können und das Gleist trotzdem nutzen und damit nicht jetzt so diesen klassischen Ausfall haben und alles auf die Straße verlagern müssen was zum Teil gar nicht möglich ist.
00:19:46: Zum Zweiten hat man glaube ich einen funktionierenden Schienenersatzverkehr, der jetzt – ja es ist in vielen Stellen sehr gut gelaufen.
00:19:55: Ich denke da kann man die Leute dann auch ein Stück weit beruhigen und kann ihnen da jetzt Alternativen aufzeigen, auch wenn das natürlich nicht so wirklich den Zug als solches ersetzt aber einen Stück weit doch Ersatz bietet.
00:20:10: Und wie wir selber damit umgehen, ja natürlich muss man sich auch privat bei Bekannten und Freunden manchmal dazu äußern oder rechtfertigen.
00:20:22: Dass diese Strecke lange gesperrt wird oder dass man hier Handicaps schafft die zweifellos Ja anstrengend sind für den klassischen Nutzer.
00:20:32: Aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, wenn man das wirklich so ein bisschen dann erklärt und sagt, dass nur so der Nutzen vorhanden ist.
00:20:42: Dann kommt auch das Verständnis dafür auf.
00:20:46: Man muss auch sagen, man hat ja jetzt eigentlich lange Zeit nicht gebaut oder weniger gebaut und es ist Volumen, dass wir gerade realisieren müssen damit man überhaupt Einigermaßen wieder in die Spur kommt und dieses System in den Erfolg bringt, in die Erfolgsspur bringt.
00:21:07: Da muss man ganz einfach intensiver ran, weil da wird es mit einzelnen Sperrungen und einigen Nachtpausen nicht
00:21:15: getan.".
00:21:15: Das ist einfach so, das wissen die Leute aber auch wenn man es ein bisschen erklärt und wenn man dann so darlegt.
00:21:22: Und ich glaube dass das in der Öffentlichkeit jetzt schon ankommt, dass man große Anstrengungen dafür tun um besser zu werden und das ganze System einfach wieder... besser nutzbar zu machen, dann wächst auch das Verständnis in der Bevölkerung und dass einzelne Unternehmen die natürlich ja auch ihre persönliche Situation im Fokus haben da Kritik üben.
00:21:48: mit dem muss man umgehen.
00:21:49: Das ist die Demokratie, das halten wir auch aus.
00:21:53: Was motiviert dich denn nach über drei Jahrzehnten Bahn immer jeden Tag wieder aufs Neue?
00:22:00: Also tatsächlich diese Veränderungen, die wir am Anfang schon angesprochen haben.
00:22:07: einige Jahre schon durch ein tiefes Tal gegangen.
00:22:09: Es war immer eine Berg- und Tallfahrt, aber ich denke das ist auch in anderen Unternehmen normal.
00:22:15: Aber so dieser Wechsel hin jetzt zu einer ganz neuen Perspektive und auch einem ganz neuen Ausrichtung den finde ich im Moment unwahrscheinlich spannend – ganz einfach weil man dann gerne auch Teil davon dieses neue, diese Aufbruchsstimmung mitzunehmen und auch zu gestalten.
00:22:40: Also tatsächlich dann zu sagen jetzt ist auch Geld dafür da, jetzt ist das Verständnis da sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft und jetzt kann man da was Gutes bewirken und kann sich da richtig einbringen.
00:22:54: und das ist eigentlich die Motivation, die dann dazu führt auch durch schwierige Situationen zu gehen und so sagen okay es wird auch wieder besser wenn am Ende des Tages dann sinnvolles Ergebnis steht, mit dem viele zufrieden sind.
00:23:10: Dann ist es auch eine persönliche Zufriedenheit.
00:23:14: Rosmarie ich hätte noch drei Begriffe für dich.
00:23:16: Du darfst mir erzählen was dir dazu einfällt?
00:23:19: Der erste Begriff oder eher so ein Stichwort wäre der zwölfte Dezember.
00:23:23: Das
00:23:24: ist das Inbetriebnamendatum für eine hoffentlich gute und stabile Strecke, die dann viel Freude bereitet weil man zwischen Wien und Frankfurt unterwegs ist.
00:23:39: Und im Fernverkehr da zuverlässig aus dem Fenster schaut und sich freut dass die Bahn jetzt stabiler unterwegs ist!
00:23:49: Zweiter Begriff GS-Fünf Acht Drei Null.
00:23:53: Das ist die Streckennummer der Bahnstrecke Obertraubling Passau oder wie sie eigentlich genau heißt, Passau-Obertraubling.
00:24:02: Und der dritte Begriff Teamwork?
00:24:05: Teamwork ist in allen Bereichen unwahrscheinlich wichtig aber gerade bei so einem Großprojekt kann man... Eigentlich alleine überhaupt nichts bezwecken.
00:24:16: Ja, Teamwork ist immer wichtig.
00:24:18: von einem relativ kleinen Team sind wir jetzt angewachsen auf ein sehr großes Team und dann kommt ja noch der Bauern dazu die ganzen Unternehmen, die hier dann tätig sind ... Die Sicherungsfirmen, also das Volumen nimmt täglich zu und da ist Teamwork eine ganz andere Auffassung als man sie so klassisch hat.
00:24:44: Weil normalerweise denkt man bei Teamwork dann an so sein eigenes direktes Arbeitsumfeld aber tatsächlich ist es bei so einer Großmaßnahme dann eigentlich würde ich unter Teamwork verstehen ein riesengroßer Haufen an Leuten die da alle eine wollen, nämlich am Ende des Tages den Erfolg sicherzustellen.
00:25:08: Schöne Abschlussworte!
00:25:10: Vielen Dank dir für die Einblicke und danke an alle fürs Zuhören.
00:25:15: Und Andrea bis zum nächsten
00:25:16: Mal.
00:25:16: Bis
00:25:16: zum nächsten mal Theresa.
00:25:18: Ja ich sage herzlichen Dank für die einladung.
00:25:20: mir hat es Spaß gemacht hier mal bisschen über die Generalsanierung zu erzählen und ich freue mich was daraus entsteht.
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